Leb! Eh deine Sehnsucht stirbt...


Am Boden und doch auf Wolke 7

Es geht mir schlecht und doch gut.
Es ist schwer und doch einfach.

Mein Leben besteht aus zwei Parallelen, der rosigen Gegenwart und der Vergangenheit, die nicht weichen will.

Vor kurzem fing ich wieder an aufzublühen. Ich brauchte das Rauchen nicht mehr, ich brauchte den Alkohol nicht mehr, ich hatte wieder Hunger und ging wieder in die Schule.
Mein Leben war wieder purer Sonnenschein, ich hatte Lebensenergie wie schon lange nicht mehr und meine überschäumenden Glücksgefühle hätten mir fast die Brust zerrissen. Ich wollte nur noch meine Freude raussschreien, die Freude darüber, einen perfekten Menschen gefunden zu haben.

Nun kam wieder die Konfrontation, und der ganze Schmerz, die ganze Scheiße der letzten Monate und vor allem der letzten Wochen holt mich wieder ein.
Nicht richtig verheilte Narben gehen immer und immer wieder auf und tun weh. Warum kann man nicht einfach mal etwas ruhen lassen?
Vielleicht muss es sein, um nichts lebendig zu begraben. Um es anständig abzuschließen und dann zu den Akten legen zu können.
Ich habe jetzt die Chance, mit dem Beistand eines unglaublich verständnisvollen Mannes alles aufzuarbeiten, anstatt es zu verdrängen und zu ignorieren, welche Risse es in mir hinterlassen hat. Ich sollte diese Chance nutzen.

Es ist nichts als Schmerz, aber es ist erträglich, weil ich ihn habe.
Wenn ich wieder mal in diesen Abgrund falle, aus dem ich mich schon ein paarmal herausgekämpft hab, wirft er mir ein Seil zu und zieht mich hoch.
Bei ihm muss ich nicht die starke Frau sein, die ich nach außen bin.
Ich kann endlich mal loslassen, traurig sein, weinen und den ganzen Kummer in Worte fassen, der mich zerfrisst.
In seinen Armen bin ich ruhig, nicht mehr hilflos und verzweifelt. Ich kann klare Gedanken fassen und verarbeiten, was mich beschäftigt.
Er ist einfach nur da, liegt neben mir, hält mich fest, hört mir zu und gibt mir das Gefühl, nicht allein zu sein, und die Kraft für die nächsten Schläge, die mich treffen werden.
Die Zeit existiert nicht mehr. Manchmal schweigen wir einfach nur und genießen die Nähe. Sowas hab ich noch nie erlebt, diese innere Ruhe. Ich fühl mich zu nichts verpflichtet, ich kann traurig sein oder wütend, oder einschlafen. Ich kann meinen Gedanken nachhängen oder etwas sagen, er wartet einfach ab, was ich tue, und egal was es ist, es ist ok.
Es ist diese Sicherheit, dass er sich wirklich Sorgen macht, dass er wirklich mitfühlt, dass er wirklich Angst hat, ich könnte es nicht verkraften, und dass er nichts mehr will als mir darüber hinweg zu helfen, die ihn zu einem besonderen Menschen macht.
Es stört ihn nicht, dass wir zusammen im Bett liegen und über meinen Ex-Freund reden. Dass ich ihm sage, ich kriege den Kopf nicht frei, weil der andere die ganze Zeit alle schönen Gefühle kaputt macht. Es ist einfach in Ordnung, wie ich mich fühle.
Dieses grenzenlose Verständnis.
Von beiden Seiten.
Wir sind wie zwei seelenverwandte Verwundete, die vom Leben verspeist und wieder ausgekotzt wurden.
Wir helfen uns gegenseitig wieder auf die Beine.
Im Moment brauch ich das mehr als er. Aber vielleicht kommt auch die Zeit wo ich mich für all das revangieren kann was er mir im Moment Gutes tut.


Danke, dass du da bist.
Danke, dass du mir mein Leben zurück gibst.
Danke, dass du auf mich wartest, dass du mir die Zeit gibst, mit der Vergangenheit abzuschließen.
Und danke, dass du mir das gibst, was mir vorher keiner gab:

ROMANTIK.

Ich bin wirklich glücklich mit dir.

30.5.06 16:41

Werbung


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Marco / Website (31.5.06 13:33)
Wow.
Was soll ich dazu sagen? *platt bin*
Natürlich habe ich verständnis für deine Vergangenheit, weil sie auch ein Stück weit zu meinem Leben dazu gehört und ich damit das, was in die vorgeht zumindest ansatzweise verstehen kann.
Auch wenn die Zeiten manchmal schwer sind, es manchmal keinen Ausweg zu geben scheint, so sei dir versichert, dass wir das schaffen. ZUSAMMEN.
Ich weiss nicht, was ich die letzten Jahre nur ohne einen Menschen wie dich an meiner Seite gemacht habe. Vermutlich habe ich alles andere als gelebt.
Ich kann nur sagen, ich bin überglücklich dich kennen und lieben gelernt zu haben.
Danke für alles :-*


Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung